Die Skandalseiten des Larry Flynt

Satire, USA 1996, 129 min

Mit »Die Skandalseiten des Larry Flynt« untermauerte Edward Norton 1996 nach »Zwielicht« sein Talent und wurde zum Newcomer des Jahres. 1999 wurde mit »American History X« und »Fight Club« zu seinem bisherigen künstlerischen und auch kommerziellen Höhepunkt.
Milos Formans erste Regiearbeit nach siebenjähriger Pause ist eine bestechende Satire über Amerikas scheinheilige Einstellung zu Sex und Zensur. Ein komplexer und unterhaltsamer Drahtseilakt zwischen Komödie, Politdrama und Romanze.
Im Mittelpunkt der Handlung steht der umtriebige und umstrittene Porno-Tycoon und Hustler-Herausgeber Larry Flynt, der sich in den achtziger Jahren vor dem Obersten Gerichtshof das Recht auf die Herausgabe seiner Sexzeitung erstritt. Dass ausgerechnet er zum Sympathieträger wird, ist kein Zufall. Verkörpert er doch die klassische US-Erfolgsgeschichte, verbunden mit einer Liebesgeschichte fast biblischen Formates. Seine Frau Althea (Courtney Love), Stripperin und Pornodarstellerin, stand Flynt beim Aufbau seines Imperiums bei, folgte ihm nach dem Attentat durch Jahre der Drogenabhängigkeit und starb1987 im Alter von 32 Jahren an Aids. Mit überschäumender Energie durchleben sie gemeinsam einen wahnwitzigen Trip durch Stripclubs, Gefängnisse und Krankenhäuser.
Edward Norton spielt Flynts gewitzten Anwalt und jahrelangen Weggefährten Alan Isaacman. In einem fantastischen Plädoyer vor dem Obersten Gerichtshof überzeugt er von der absoluten Notwendigkeit der Unantastbarkeit des ersten Paragraphen der amerikanischen Verfassung.
Ein immer noch aktueller Film, der durch seinen anarchistischen Humor besticht. Eine bestechende Kameraarbeit lieferte Philippe Rousselot (»Diva«, »Planet der Affen«).