Der Plan

Science-Fiction, USA 2011, 109 min

Keine Angst, jetzt kommt kein Se- oder gar Prequel der Olsenbande, sondern eher was in Richtung Momo für Erwachsene ohne Zeiteinsparung.
Haben Sie sich nicht auch schon mal gefragt, warum Sie gerade jetzt den Kinokalender in der Hand halten? Ist es wirklich Ihr eigener Wille, ist es wirklich meine brillante Begabung mit Wörtern und Inhalten zu jonglieren, oder ist es doch die Vorherbestimmung einer überirdischen Macht, einem bestimmten Ziel zu folgen? Die unaufhaltsame Reise des Lebens nach Sommer- und Winterfahrplan? Der erfolgreiche Politiker David Norris (Matt Damon) hat sich darüber sicher auch schon ab und an mal Gedanken gemacht, und sein Leben und seine Karriere laufen prima, bis er eines Tages der butterweichen Ballett-Tänzerin Elise Sellas begegnet und sein Dasein nicht nur emotional in den Schleudergang gerät. Doch plötzlich tauchen da eine Gruppe mysteriöser grauer Herren auf, die sich auch noch des konsternierten David Norris bemächtigen und ihm erstmal klar machen, wo Barthel den Hammer holt und dass eine Affäre oder gar Liebesbeziehung überhaupt nicht in dem Plan vorhergesehen und auch so nicht akzeptabel ist. Klingt ganz sehr bisschen nach Stasistalinisums, unterscheidet sich aber im Prinzip nur dadurch etwas, dass David trotz allen Ungemaches die Wahl gelassen wird, für welchen Weg er sich entscheidet, was die Stasi oder der KGB nicht so auf ihren Maßnahmenplan integriert hatten. Natürlich verabsäumen die himmlischen Herrschaften nicht, ihm mit auf den Weg zu geben, dass seine Entscheidung für Elise nicht ohne Konsequenzen für sein Leben bleiben wird, was dann doch wieder nach alten Zeiten stinkt. Na ja, wundern würde es mich nicht, wenn auch noch eines schönen Tages rauskäme, dass Gott persönlich IM Karel war. Doch David entscheidet sich für Elise, seiner Liebe zu ihr und geht unbeirrt seinen Weg, ohne nur im Ansatz zu ahnen, welchen Preis er dafür zahlen soll. David muss nun alles riskieren, um sein vor der Auflösung stehendes Leben wieder zurück zu bekommen. Schöne, geschmeidige und thrillige Muschepupu-Liebeskiste mit viel Schmackes und Ach-guck-mal-an.
Ray van Zeschau (vollkommen planlos)