Karate Kid

Action/Abenteuer, USA 2010, 140 min

Alter, das ist ja hier wie bei Willy Schwabes Rumpelkammer. Karate Kid, kennen Sie das noch? Das waren die Glasperlen der Wessis an die Ossis. Damit wurden nach der Wende sämtliche Videotheken zugewurstet. Wenn man Pech hatte und »Gesichter des Todes« vergriffen war, schnappte man in seiner Verzweiflung nach »Karate Kid«, um den Abend zu retten. Aber mit paar Bierhülsen und lecker Westzigaretten war das schon irgendwie zu ertragen. 21 Jahre später haben offensichtlich die Kung Fu- und Karate-Clubs Mitgliedermangel und Karate Kid 2010 könnte da vielleicht helfen.
An der Story hat man nicht viel geändert. Will Smith hat die Produktion übernommen und seinen 12-jährigen Sohn Jaden ins Rennen geschickt.
Einziger Unterschied, das Kid heißt jetzt Dre Parker und zieht aus seiner Heimatstadt gleich mal nach Peking. Wer den Film damals schon gesehen hat, kann im Prinzip jetzt seine Lesetätigkeit einstellen und sich den nächsten Text von mir zu Gemüte führen. Für den Rest geht’s hier weiter: Dre Parkers Mutti hat einen viel versprechenden neuen Job bekommen. Halt nur nicht in der Nähe von Detroit, sondern, wie oben bereits erwähnt.
Dre verknallt sich sogleich in seine Mitschülerin Mei Ying, was ihr Freund und Klassenherrmann Cheng nicht so lustig findet. Auch in Peking kann es offensichtlich zum Problem werden, wenn man ein Außengeländer mit Migrationsrückseite ist und auch noch der Myrze eines Einheimischen schöne Augen macht. Da gibt es erstmal Hiebe auf Gebiss und Gebein. Dre kennt zwar ein paar kleine Karatenümmerchen, aber die reichen bei Weitem nicht aus, um Cheng wirklich was auf den Ballon zu zimmern. Als Cheng Dre noch den letzten unnötigen Schlag verpassen will, greift Schulhausmeister Mr. Han ins Geschehen ein. Jetzt kommt etwas Leben in die Bude, denn Mistel Han wird von keinem Geringeren gegeben als Jackie Chan. Herr Han ist natürlich nicht nur Hausmeister sondern auch berühmter Hau-Meister. Meister Han nimmt natürlich unseren Protagonisten unter seine Fittiche und zeigt ihm erstmal, wo der chinesische Hammer hängt. Das mit Cheng muss ja ordentlich, wie es in solchen Filmen üblich ist, geklärt werden und man kann nur staunen, wie schnell doch Kung Fu zu erlernen ist. Nu ja, dann isses soweit und Sie können dreimal raten, wie das Ganze ausgeht. Herr Schmidt Junior macht seine Sache gut und mit Jacky Chan kann man eh nix falsch machen. Wieder mal schöner Sonntagsspaß für die ganze Familie, zumal die WM ja nun vorbei ist.
Ray van Zeschau (ehemaliges Mitglied des Dresdner Dojos „Bodo West EV“)

Buch: Chris Murphy, Robert Mark Kamen

Regie: Harald Zwart

Darsteller: Jackie Chan, Jaden Smith, Taraji P. Henson

Musik: James Horner

Produktion: China Film Group, Columbia Pictures, Overbrook Entert., James Lassiter, Will Smith, Jerry Weintraub

Bundesstart: 22.07.2010

Start in Dresden: 22.07.2010

FSK: ab 6 Jahren