Kaltes Land

Drama, USA 2005, 126 min

Am Anfang geht es um die simple Frage: Wie ermögliche ich mir und meinen Kindern ein vernünftiges Leben? Es fängt alles ganz harmlos an.
Die Ehe der Josey Aimes (Charlize Theron) ist gerade gescheitert, als sie in ihre Heimat, in den Norden Minnesotas zurückkehrt. Sie ist allein mit den beiden Kindern und braucht schnellstmöglich einen Job und es gibt wenig Angebote.
Sie träumt wie so viele von einem besseren Leben. Der größte Arbeitgeber in der Gegend ist das Eisenbergwerk. Die Menschen dort legen viel Wert auf Tradition und im Eisenbergwerk arbeitet nun mal der Mann. Joseys Freundin Glory (Frances McDormand) gehört zu einer der wenigen Frauen, die die gefährliche Knochenarbeit in der Grube verrichtet. Sie schlägt Josey den selben Job vor. Sie ist gewarnt, doch sie willigt ein, was ihr der Vater schwer übel nimmt. Was sie eigentlich braucht, sind starke Nerven. Ständig ist sie den dümmlichen Sprüchen ihrer männlichen Kollegen ausgesetzt. Ein alter Schulkamerad ist dabei der Übelste - ihr Chef. Aus alter Zeit gibt es da noch einen unverarbeiteten Konflikt. Sie denkt vorwiegend an das Geld, das sie verdient und die Aussicht auf Unabhängigkeit und versucht, stark zu sein. Doch die Situation zieht weite Kreise und droht zu eskalieren und niemand will die Wahrheit hören.
Es geht um die wenig beachteten Themen wie Zivilcourage, Angst und Feigheit und die Grauzone im Umgang der Geschlechter, um die Gratwanderung zwischen Harmlosigkeiten und offensichtlichen Übergriffen. Niki Caros Film geht auf einen authentischen Fall zurück, der in den USA zur ersten gerichtlichen Sammelklage führte.
Bettina D. Schneider