Hamam - Das türkische Bad

Drama, Italien/Türkei/Spanien 1997, 98 min

Einen interessanten und unverkrampften Blick auf den Zusammenstoß so verschiedener Kulturen wie die Mitteleuropas und des Vorderen Orients liefert Ferzan Ozpetek mit seinem Regiedebüt Hamam - Das türkische Bad. Francesco (Alessandro Gassman), römischer Innenarchitekt und im Alltag einer zerrütteten Ehe mit Marta gefangen, erbt unerwartet das Haus einer Tante aus Istanbul. Lediglich um das Haus schnell und für einen möglichst hohen Preis zu verkaufen, fährt er in die für ihn fremde Stadt. Doch kommt natürlich alles anders. Die pulsierende Stadt fasziniert Francesco und die türkische Familie im Haus der Tante nimmt ihn wie einen alten Freund auf. Das zum Haus gehörige Hamam, ein traditionelles Badehaus, das mittlerweile als Holzlager dient, findet das Interesse von Francesco. Ebenso der große Sohn der Familie Oscar (Carlo Cecchi), der für Francesco eine völlig neue Sexualität eröffnet. Durch die Verzögerung seines Aufenthaltes in Istanbul ist seine Frau vollständig verärgert und besucht ihn in Istanbul, um endgültig die Trennung von Francesco zu organisieren. Die vorgefundene Situation führt aber zu einer Eskalation ihrer ohnehin komplizierten Situation.
Der melancholische Blick auf die Großstadt am Bosporus und die sinnliche, durch das orientalische Flair angereicherte emotionale Situation des Protagonisten machen den Film zu einer beeindruckenden Reise durch die Gefühlsverwirrungen eines Mitteleuropäers im ehemals so reichen und lebendigen Istanbul der 90er Jahre.