Wir können auch anders

Komödie, Deutschland 1993, 92 min

„Eine Art Western-Road-Movie durch Mecklenburg-Vorpommern, mit Pferden und so!“ nannte der Schleswig-Holsteiner Bauernsohn und Diplomlandwirt Detlev Buck seinen Film »Wir können auch anders« und ließ ihn folgerichtig in der ehemals den ostdeutschen Ureinwohnern gehörenden Prärie spielen. Die Gebrüder Kipp und Most (Joachim Król und Horst Krause) aus Westdeutschland - nicht gerade die Hellsten - haben von ihrer „Omma“ ein Haus in einem Ostsee-Provinznest in der Nähe von Schwerin geerbt und machen sich nun mit einem Trauerkranz für Großmutter auf den Weg in den Wilden Osten. Während der Fahrt in einem abgewrackten Diesel-LKW stößt der russische Soldat Viktor (Konstantin Kotljarow) zu den beiden, indem er sie (weil der deutschen Sprache unkundig) mit vorgehaltener Kalaschnikow zwingt, ihm beim Desertieren zu helfen.
Was sich indessen sehr kompliziert gestaltet, denn die mehr als nur sanft vertrottelten Wessis können weder schreiben noch lesen, weshalb weder Autobahnschilder noch Landkarten weiter helfen. Das durch den nördlichen Osten irrende deutsch-russische Trio rückt angesichts einer Truppe wegelagernder (Wege lagernder - wie lagert man Wege?) Zonen-Rocker zusammen und versenkt die Bande kurzerhand in einer Kiesgrube. Weil dies aber - unbeabsichtigt - leider mit beträchtlichen Kollateralschäden einher geht, sind die County-Sheriffs bald auf der Jagd nach dem halbdebilen Kleeblatt Kipp, Most und Viktor, dem sich aus diesem Grunde bald ein viertes Blatt in Gestalt der Geisel Nadine (Sophie Rois) anschließen muss.
»Wir können auch anders« wurde ein Riesenerfolg und heimste 1993 gleich vier Filmbänder in Gold ein: für die beste Regie, für Joachim Król und Horst Krause als beste Darsteller und für die Musik von Detlev Petersen.