Der Teufel trägt Prada

Drama/Komödie, USA 2006, 109 min

Leute, für die Modemarken ganz was Wichtiges sind, Täschchenträgerinnen, Frauen mit aufgeklebten Fingernägeln und aufgechickten Frisuren werden an diesem Film viel Freude haben.
Wir befinden uns in New York City, wo die Trends der Welt sozusagen gemacht werden. Der BMI liegt etwa bei 18, ein Tag mit schlecht sitzenden Haaren kann das Ende der Karriere bedeuten und das “Runway Magazine“ ist der Heilige Gral. Die der Gazette vorsteht und gleichzeitig die einflussreichste Frau der Modewelt ist Miranda Priestly (Meryl Streep). Eine Frau, bei der die Frage: Gibt es ein Leben vor dem Tod? getrost mit nein beantwortet werden kann. Es gibt nur die Karriere.
Andy (Anne Hathaway) kommt gerade von der Uni und bewirbt sich bei Miranda als Junior-Assistentin, obwohl ihre äußerliche Erscheinung eher für eine Stelle im Landratsamt passen würde. Die Chefin ist für ihre Unberechenbarkeit bekannt und Andy bekommt den Job. Sie hat den anderen Ladys Einiges voraus. Sie ist clever, nicht auf den Mund gefallen, weigert sich zu versagen und will hart arbeiten. Miranda operiert mit viel Druck und steuert ein sehr schnell fahrendes Schiff. Andy erlebt eine vollständige Verwandlung, behält aber Bodenhaftung.
Mirandas Gratwanderung verläuft zwischen tragikomischer Boshaftigkeit und echter Tragik. Der Film urteilt nicht über das Fashion-Geschäft, er zeigt die Realität. L. Weisbergers Roman, in 27 Sprachen übersetzt, stand 6 Monate auf der Bestsellerliste.
Regisseur David Frankel (auch jahrelang für »Sex and the City« tätig) ist übrigens der Sohn des ehem. Herausgebers der New York Times.
Bettina D. Schneider