Kiss, Kiss, Bang, Bang

Komödie/Thriller, USA 2005, 103 min

Im Erfinden immer neuer Varianten des erfolgreichsten Film-Genres, dem Buddy-Movie, wird Hollywood nach dieser Produktion wieder ein wenig ärmer an guten Ideen sein. Gute Ideen kann man nur einmal erfinden (Für gewöhnlich werden sie jedoch öfter als einmal benutzt). Das Buddy-Movie war eine solche. Da brauchte ein Drehbuch nur noch halb so viel echte Handlung, die andere Hälfte ergab sich aus dem Aufeinandertreffen zweier komplett grundverschiedener Charaktere (Walther Matthau und Jack Lemmon genügten fürs erste, dann kamen der alte und der junge Cop, später abgelöst vom 48-Stunden Cop und seinem nochmal 48-Stunden Häftling). Hier also treffen ein Kleinganove auf der Flucht und ein schwuler Privatschnüffler zusammen. Robert Downey jr. gibt mit sichtlichem Spaß ein liebenswertes Schlitzohr. Sein Harry machte gerade „Weihnachtseinkäufe“, als er nach wilder Flucht vor einer Polizeisirene in ein echtes Casting für einen neuen Hollywood-Krimi hineinplatzt. Mit erstaunlicher Leichtigkeit gelingt es ihm, sich die Rolle des Detektivs zu sichern. Am nächsten Tag findet er sich plötzlich an der Westküste in L.A. wieder. Schnell begreift er das Neue an seiner Lage, er schwimmt jetzt im großen Becken bei den echten Haifischen. Ausgerechnet ein Bulle wird ihm zugeteilt, um ihn auf die Testaufnahmen vorzubereiten. Der schwule Perry (Val Kilmer) ist ein echtes Schmuckstück, er trägt seine Gesinnung genauso offen zur Schau wie seine Kanone. Ausgestattet mit einem gepflegten Zynismus und bewundernswerter Proffesionalität, gibt er Harry noch einige interessante Details für dessen Rolle mit auf den Weg. Bevor die Geschichte vom reinen Buddy-Movie zum richtigen Kracher wird, fehlen der Geschichte noch zwei entscheidende Details. Eine handvoll echter Leichen sowie eine naive Schönheit aus dem mittleren Westen auf dem Weg zum Hollywood-Star. Sie heißt Harmony (Michelle Monaghan), ist 34 Jahre alt, unglaublich attraktiv, aber ohne Engagement. Nach Hollywood kam sie vor Jahren, als sie für einen Leinwand-Detektiv a la Sam Spade schwärmte. Da kommt ihr Harry, dieser nette Dieb-der-gerade-Schauspieler-werden-will-und-sich-für-einen-Detektiv-ausgibt gerade wie gerufen. Er soll ihr Ticket nach ganz oben werden. Doch bevor Harry irgenwann Harmonys kleiner Privatschnüffler wird, befindet er sich erstmal wieder auf der Flucht. Diesmal flieht er nicht vor der Polizei, sondern vor echten Gangstern.