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König hört auf

Dokumentation/Portrait, Deutschland 2022, 82 min

Lothar König, der Mann mit den langen Haaren und dem wallenden Bart ist ein mutiger Mensch mit großem Herzen. Er hilft Geflüchteten und Migranten und lässt sich auch von Rückschlägen nicht unterkriegen. Die große markante Narbe über seinem Auge hat er von einem Neonazi, der ihn einst bewusstlos schlug. Doch die Gewalt und der immer wieder nachwachsende Rechtsextremismus halten ihn nicht davon ab, weiter für Gerechtigkeit zu kämpfen.
Der Stadtjugendpfarrer engagiert sich auch seit Jahrzehnten für die Junge Gemeinde und in der Sozialarbeit. Für seine nachhaltigen, teils unkonventionellen Taten ist er weit über die Stadtgrenzen Jenas hinaus bekannt geworden. König ist ein aufrechter Typ, dessen Entwicklung nicht überraschen kann, wenn man weiß, dass er in der Wendezeit 1989/90 Montagsdemonstrationen organisierte. Einer breiteren Öffentlichkeit wurde der Bürgerrechtler bekannt, als die Staatsanwaltschaft Dresden 2013 erfolglos einen Prozess wegen Landfriedensbruchs gegen ihn anstrengte, weil er sich maßgeblich an einer Demonstration gegen Rechtsextremisten beteiligt hatte.
Sein Sohn Tilman König gibt mit diesem Film Einblicke in das Leben seines Vaters, dieses ungewöhnlichen Mannes, und zeigt, wie viel die Zivilcourage eines einzelnen Menschen ausrichten kann.
Der Filmemacher Tilman König gründete 2002 die freie Filmgruppe Cinemabstruso.
In diesem Rahmen entstanden mehrere Independent-Spielfilme wie »Sikumoya, der schwarze Nazi« (2006) und Dokumentarfilme wie »Blutsverwandt« (Japan/DE) von 2012.
Tamina Moc