Breaking and Entering - Einbruch & Diebstahl

Drama, Großbritannien/USA 2006, 120 min

In diesem recht intimen und spannenden Charakterdrama kollidieren verschiedene Welten miteinander. Dabei kommen in gute Dialoge gepackte tagesaktuelle Themen auf die Leinwand und es gibt ein Wiedersehen mit der wunderbaren Juliette Binoche.
Will (Jude Law), ein anerkannter Landschaftsarchitekt, könnte mit seinem Leben zufrieden sein. Tolles Haus, tolle Freundin (Robin Wright Penn), tolle Tochter. Eigentlich toll. Aber es läuft aus dem Ruder. Die Tochter schläft nicht mehr, betreibt krankhaft Sport, nimmt tendenziell autistische Züge an. Die Mutter überdies treibt dieses Verhalten nahezu selbst in die Neurose. Die Beziehung stellen diese Umstände auf eine harte Probe.
Will hat gerade seine neuen, schick eingerichteten Büroräume in einem, nennen wir es mal schwierigen, Londoner Stadtviertel Kings Cross bezogen. Erschwerend kommt hinzu, dass dort schon mehrmals eingebrochen wurde. Um der Lage endlich Herr zu werden, legt er sich selbst auf die Lauer. Er erwischt den 15-jährigen Miro, der mit seiner Mutter Amira (Juliette Binoche „Chocolate“) vor dem Krieg in Bosnien geflohen ist. Will beginnt, die beiden zu beobachten. Das führt dazu, dass eine Kette aus Ereignissen in Bewegung gesetzt wird, die dazu führt, sein gesamtes Leben zu überdenken. Überflüssig zu sagen, dass er sich natürlich in Amira verliebt.
Anthony Minghella (Buch & Regie, OSCARS für »Der englische Patient« und »Der talentierte Mr. Riplay«) zieht die Spannungsschraube ganz langsam immer weiter. Wer mit der Fülle der unterschiedlichen Themen klar kommt, wird einen gut inszenierten und hervorragend gespielten Film in Erinnerung behalten.
Bettina D. Schneider