Tropic Thunder

Komödie, USA 2008, 107 min

Eigentlich ist »Tropic Thunder« so in etwa so etwas, was wie »Hot Shots!« oder besser für Leute, die »Hot Shots!« nicht gesehen haben, eine persiflierende Parodie auf »Apocalypse Now« und »Hearts of Darkness: A Filmmaker’s Apocalypse« gleichzeitig, und wenn das auch nicht weiterhilft, dann einfach eine große Verarsche auf Hollywood und den amerikanischen Kriegsfilm im Besonderen. Für solch ein Unterfangen ist Ben Stiller dann auch der richtige Mann, der hier gleich in der quadralen Funktion als Hauptdarsteller, Regisseur, Drehbuchautor und Produzent zu brillieren weiß. Ben Stiller spielt den abgehalfterten Actionstar Tug Speedman, der an seine größten Erfolge gern anknüpfen möchte. Mit Regisseur Damien Cockburn (Steve Coogan), der den größten und teuersten Antikriegsfilm aller Zeiten drehen will, sieht Tug seine cineastische Großchance gekommen. Natürlich wird in der sozialistischen Republik Vietnam gedreht und er hat neben Speedman noch zwei weitere Spezialdarsteller verpflichtet, als da wären: der immer zur munteren Flatulenz aufgelegte Comedian Fats Portnoy (Jack Black) sowie der australische method-actingende OSCAR-Preisträger Kirk Lazarus (Robert Downey jr.), der gleich mal die Rolle eines Schwarzen (Afroamerikaner) übernimmt und dabei so weit geht, dass er seine Haut medizinisch pigmentieren lässt. Anbei wird die Truppe noch von dem Newcomer Kevin, dessen Namen immer alle vergessen, einem alten Kriegsveteranen (natürlich Nick Nolte) und einem obligaten Rapstar mit dem klangvollen Namen Alpa Chino gewürzt. Dann kann es auch schon losgehen, und bereits in der ersten Woche hängt man zwei Monate hinter dem Drehplan. Als Lösung der internen Streitereien setzt man kurzerhand das darstellende Team im Dschungel aus, um dem Ganzen einen authentischen Touch zu verleihen. Unterstützend sollen dabei Aufnahmen mit versteckten Handkameras wirken, die auch gleichzeitig dazu dienen sollen, eine Doku über die Dreharbeiten zu erarbeiten, ganz wie im Vorbild, dem auf Eleonara Coppolas Filmmaterial basierenden »Hearts of Darkness«. Ganze dicke kommt es aber, als die darstellende Spezialeinheit auf eine militante Drogenbande stößt, die erst einmal davon ausgeht, auf einen Haufen ewig Gestriger zu stoßen. Zunächst aber glauben hingegen die hoch ambitionierten Künstler an die detailgetreue Umsetzung des Drehbuches. Erst als es Hiebe auf Gebiss und Gebein gibt und nicht mehr so einfach herumgeplatzpatront wird, ist der Stuhl am dampfen und der unbändige Glauben an FX untödliche Tricks begraben. Aber nicht umsonst ist man Schauspieler, um im Ernstfall überzeugend so zu tun, als ob …und das kann manchmal sehr von Erfolg gekrönt sein.

Prädikat: Sehr lustig.
Fazit: Ein Maschinengewehrfeuer der Gags und Brüller.
Warnung: Nichts für intellektuelle Hinterfrager.
Hinweis: Dieser Film wurde nicht im Tropical Island in 15910 Krausnick gedreht.
Ray van Zeschau

Buch: Ben Stiller, Justin Theroux, Etan Cohen

Regie: Ben Stiller

Darsteller: Ben Stiller, Robert Downey jr., Jack Black, Brandon T. Jackson, Jay Baruchel, Nick Nolte

Kamera: John Toll

Musik: Theodore Shapiro

Produktion: Stuart Cornfeld, Eric McLeod, Ben Stiller

Bundesstart: 18.09.2008

Start in Dresden: 18.09.2008

FSK: ab 16 Jahren