Wanted

Action, USA 2008, 110 min

Die Russen sind auf dem Vormarsch und das nicht nur in Sweet Georgia. Auch im Filmalltag beglückt uns Timur Bekmambetov (»Wächter der Nacht/des Tages«) zusehends mit Filmkost Made from Russia. Aber, …wer hat sich nicht schon insgeheim gewünscht, statt einer umher wandelnden Alltags-Pfeife eigentlich lieber ein absolut tougher Kerl zu sein, der es mit Jedem aufnehmen kann und dem auch gar Niemand in die Suppe bullert. Man möge mir bitte verzeihen, dass ich hier nicht die Frauen anspreche, aber die wollen prozentual gesehen nun mal weniger ein tougher Kerl sein. Also, der 25-jährige Wesley Gibson (James McAvoy) ist so ein Typ. Belangloses unmännliches Äußeres, belangloser Versicherungsjob, sackige Vorgesetzte und keifende sowie eine ihn bescheißende Lebensabschnittsgefährtin (LAG). Ein Leben auf dem Abstellgleis.
Da es sich hier, Gott sei Dank, nicht um einen Fassbinderfilm handelt, soll dies natürlich nicht so bleiben. So also trifft Wesley eines Tages in einem Kaufmannsladen auf die schmucke coole Fox (Angelina Jolie) die ihm offenbart, dass sein vor Jahren verstorben geglaubter Vater zwar nicht lebt, aber erst gestern ermordet wurde.
Mmhh, ist zwar erkenntnisreich und bedauerlich, aber was hat das mit ihm zu tun? Fix erfährt er von Frau Fox, dass sein Vater einer Bruderschaft von Killern zugehörte, die Fähigkeiten jenseits unserer Vorstellungskraft besitzen. Da das so ungeheuerlich spannend und dramatisch ist, wird Wesley natürlich angehalten, seinen Vater in seinem und natürlich im Namen der Belegschaft zu rächen. Ja aber nur wie, da er wie eingangs schon erwähnt ein jedermanns Dulpenlutsch ist. Aber na klar, nicht umsonst war sein Vater ein Mann mit dem gewissen Extra. Da muss doch irgendwie genetisch was hängen geblieben sein. Bevor ihm das aber Frau Fuchs erörtern kann, kommt schon der erste böse Bube, und der Film nimmt seinen halsbrecherischen Lauf. Nach und nach bringt der Chefe und Obertrainer der Gebrüderschaft, ein Herr Sloan (Morgan Freeman), die unglaublichen Fähigkeiten von Wesley ans Tageslicht, und ich kann Ihnen sagen, Neo, ick hör dir trapsn. Da wird eine Reaktionsschnelligkeit an den Tag gelegt und die Mumpeln (Geschosse, Projektile, Kugeln…) um die Kurve gefeuert, dass man sich als 20-Jähriger spontan zurufen möchte: Alter, wie cool ist das denn? Übersetzt: das fetzt oder so ähnlich.
Jedenfalls findet Wesley immer mehr Gefallen an seinem nun atemberaubenden und wichtigen Leben, dass er erst spät erkennt, dass der okkulte Verein, der sich eigentlich zur Aufgabe gemacht hat, die Menschheit von Grobzeug zu befreien, jetzt geht das wieder los, auch eine dunkle Seite hat. …ich meine der Mond hat auch eine, aber mich fragt ja keiner. Na egal, jedenfalls ist »Wanted« ein hübsch rasanter Actionfilm, der auch mich vor Begeisterung hat laut hoohoohoo ausrufen lassen und man staunt doch sehr, was es nicht alles gibt, was wir bisher noch nicht so im Actionkino zu Gesicht bekommen haben. Ich sage nur, die Russen kommen.
Ray van Zeschau