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Mein Bester & Ich

Drama/Komödie, USA 2017, 126 min

Das amerikanische Remake von »Ziemlich beste Freunde« hat zwar einen bescheuerten deutschen Verleihtitel, ist aber dennoch ein ebenso guter Film.

Muss das denn sein? - fragen sich zur Zeit fast alle, die davon erfahren, dass am 21.2. das amerikanische Remake der französischen Erfolgskomödie »Ziemlich beste Freunde« in unsere Kinos kommt. Ja, es hätte noch etwas Zeit gehabt, zu nachhaltig ist noch die Euphorie gegenüber den Vorgänger. Und weil es im Februar mehr als genug gute neue Filme gibt, bin auch ich nur zur Pressevorstellung gegangen, um mich davon zu überzeugen, dass man ihn nicht unbedingt spielen muss. Doch Regisseur Neil Burger und sein Team haben mich eines Besseren belehrt und deshalb ist es mir wichtig, die Vorurteile, die auch ich hatte, bei allen, die den Film noch nicht kennen, aber schon die Nase rümpfen, zu zerstreuen. »The Upside« (Originaltitel) hält sich in der Grundgeschichte eindeutig an das französische Vorbild, sonst wäre es ja kein Remake. Aber Burger ist es gelungen, auf verschiedenen Ebenen neue Akzente zu setzen. Das beginnt bei den Charakteren der Schauspieler. Kevin Hart (heißt als Pfleger Dell) ist nicht so ein tänzelnder Sunny-Boy wie Omar Sy alias Driss. Er hat ein paar Jahre Knast hinter sich und geht illusionslos in die freie Welt. Der gelähmte Unternehmer Phillip, hier gespielt von Bryan Cranston, ist vom Schicksal noch ärger betroffen als sein französisches Pendant und deshalb noch depressiver. Nicole Kidman verleiht als Geschäftsführerin des Unternehmens auch dem Milieu der Angestellten mehr Präsenz. Als neue Handlungsebene ist die komplizierte, aber sehr emotionale Beziehung zwischen Dell und seinem Sohn eingeführt. Dies macht den Film nicht weniger unterhaltsam, stimmt aber etwas nachdenklicher. Zusätzlicher Spaß wird transportiert durch die Handhabung eines Katheders, durch Seitenhiebe auf den amerikanischen Alltag und durch selbstironische Kommentare zu Nicole Kidmans Face-Styling. Kurz und gut. Wir kennen die Geschichte, doch dies ist ein anderer, aber ebenbürtiger Film. Also weg mit den Vorurteilen. Nur wer beide gesehen hat, kann sich eine Meinung bilden.
Frank Apel