Welcome to Karastan

Komödie, Großbritannien/Georgien/Deutschland/Russland 2014, 99 min

Ruhm kann man nicht essen. Jeder halbwegs erfolgreiche Kinoregisseur, der nicht in Hollywood arbeitet, weiß das und sieht immer im nächsten Film auch den schwierigsten. Dem einstmals bejubelten Autorenfilmer Emil Forester (Matthew MacFadyen) knurrt ebenfalls der Magen, ihm streikt die Muse und sogar die Frau läuft ihm davon. In Karastan, einer jungen, kaukasischen Republik, möchte sich ein neugeschaffenes Filmfestival mit dem Manne schmücken, der immerhin zweieinhalb Filme gedreht und einen OSCAR bekommen hat. Letzteren für den halben Film. Forester nimmt die Einladung nach Karastan an und wird vor Ort überrascht von einem noch weitaus verlockenderen Angebot. Ein cineastisches Schlachtengemälde soll er drehen. Landschaft, Statisten, Hubschrauber, Geld - alles kein Problem, meint Präsident Abashiliev (Richard van Weyden). Und fügt hinzu: Sagen Sie ja, Forester, sonst muss ich sie erschießen lassen. Foresters Übersetzerin und ständige Begleiterin Chulpan (Mayanna Buring) benutzt ihrerseits ein paar attraktive Druckmittel und schließlich soll in der Hauptrolle der abgehalfterte Hollywoodstar Xan Butler glänzen. Der hat es sich in Abashilievs Obhut bequem gemacht. Forester tut es ihm gleich und kann gar nicht anders, als „Action“ zu rufen. Doch aus dem nationalen Heldenepos des 14. Jahrhunderts wird blutiger Ernst, denn die reitenden Horden schießen bald mit scharfer Munition und entführen den Rambo-Pensionär…
Regisseur Ben Hopkins, der vor sagenhaften 16 Jahren »Die neun Leben des Tomas Katz« drehte und der selbst so eine Art schreibblockierter Festival-Nomade wurde, vermählt hier den typisch britischen Humor mit der langen Tradition der kommunistischen Komödie aus Georgien. Als würden Sascha Baron Cohens »Borat« und Eldar Schengelajas »Das Blaue vom Himmel« mitten in einem bewaffneten Aufstand Hochzeit feiern.